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Im Lauf der Zeit

Struktur- und Fließbilder | Die abstrakt anmutenden grauen Strukturbilder beziehen sich ebenso wie die Fließbilder auf Lötplatinen als Motivvorlage. Die Orthogonalstruktur korrespondiert mit dem Systemcharakter und der Funktionalität urbaner Organisationsformen. Die Vielheit der Einzelformen in der Ausdehnung eines großen Kontextes ist ein verbindendes Moment zu den Stadtkarten.

In den Fließbildern sind die vorgefundenen Strukturen impressionistisch verschärft und zu senkrecht verlaufenden Fließbewegungen verwandelt. Der Ausschnitt eines sich scheinbar bis ins Unendliche fortsetzenden Ablaufs, das Moment der Zeit und der Bewegung korrespondiert als sinnlich suggestives Vertikalformat mit den kleinformatigen Bilderserien der durchkonjugierten Lochkarten. In einigen dieser Arbeiten verstärken ätherisch gasig anmutende Sprühstreifen den Eindruck von Energie und Spiritualität.

Stadtpläne (Großformate) | Städtische Strukturen eine historisch gewachsen und ergeben organische Strukturen – von ferne betrachtet, in Aufsicht und Überblick. Dies ist der Charakter jeder kartografischen Arbeit. In den Bildern von Joachim Kreiensiek entstehen sie noch einmal neu vor unseren Augen – nun als schimmerndes Linienwerk, als filigranes Gewirke, das im Licht und je nach Blickrichtung der Betrachter andere Effekte erzeugt.

Kartenbilder (Kleinformate) | In Kreiensieks Kartenbildern rücken Worte, Straßennamen in den Blick, die sonst im Gewirr versinken – oder nur interessieren, wenn jemand gerade diese eine Adresse sucht. Jedes dieser Bilder ist also eine Einladung von Unbekannten an Unbekannte. Wie in den größeren Formaten entzieht sich der monochrome Farbauftrag der unmittelbaren Identifizierbarkeit.

JOACHIM KREYENSIEK

12. März – 30. April 2016